
Manche Geschichten
beginnen mit Leidenschaft
Wenn man heute den Hof der Familie Kinateder nähe Hauzenberg im Bayerischen Wald betritt, spürt man sofort: Hier trifft gelebte Familientradition auf die Zukunft des Brauhandwerks.
Die Wurzeln: Ein Leben als Bauernhof
Über drei Generationen hinweg war der Hof der Familie Kinateder nähe Hauzenberg ein klassischer landwirtschaftlicher Betrieb. Die Arbeit in der Natur, die Verbundenheit zum Wald und die Pflege des Landes prägten den Alltag. Bis zum Jahr 2011 wurde der Bauernhof mit viel Herzblut im Vollerwerb geführt.

Ein Einschnitt — und eine große Frage
Der Wandel der Zeit und die sich ändernden politischen Rahmenbedingungen für kleine Betriebe erforderten neue Wege. Der Hof stand vor einer entscheidenden Frage: Wie kann dieses Erbe in die Moderne überführt werden? Die Antwort gab die vierte Generation.

Vom Bauernhof zur Brauerei
Thomas Kinateder erkannte in den alten Gebäuden mehr als nur leere Stallungen. Mit dem Wunsch, etwas Bleibendes zu schaffen, begann er 2020 seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer bei einer lokalen Brauerei. Was in der ehemaligen Milchkammer auf kleinstem Raum mit ersten Experimenten begann, wuchs durch stetig steigende Nachfrage schnell heran — von der 50-Liter-Anlage über das 200-Liter-Sudhaus bis hin zur heutigen 500-Liter-Anlage.

Qualität, die man schmeckt
Das Fundament für die hohe Qualität bildet das eigene Quellwasser: nahezu kalkfrei, kaum Härte, mit einem pH-Wert von etwa fünf — ideale Voraussetzungen. Thomas braut bewusst unfiltriert. Wertvolle Eiweiße und lebendige Hefezellen bleiben erhalten, das Bier wird nie heiß pasteurisiert. Die Hefe arbeitet aktiv mit und sorgt für natürliche Haltbarkeit — ein Unterschied, den man bei jedem Schluck schmeckt.

Die Geschichten hinter den Etiketten

Woiddeife Helles
Die Geschichte stammt vom Großvater. Ein Bauernbub musste früher im nebligen Wald das Wasser regulieren. Dort erschien ihm ein Teufel am Stock, der ihm Geld anbot. Der ‚Woiddeife' — übersetzt Waldteufel — war keineswegs ein Unheilsbringer, sondern eine Warnung vor der Gier, die den Wald für kurzfristigen Profit opfert. Er gilt als Beschützer des Waldes und mahnt uns, die Natur zu bewahren. Heute dient er als Sinnbild für nachhaltiges Handeln.

Waidler Weisse
Eine Hommage an die Urgroßeltern: Die Urgroßmutter übernahm den Hof von der Familie Hirsch, die kinderlos geblieben war — andernfalls wäre das Anwesen an den Staat gefallen. Mit ihrer Heirat mit Thomas Kinateder sicherte sie den Fortbestand des Hofes. Die Zither auf dem Etikett ist ein geschätztes Familienerbstück, das bis heute in Ehren gehalten wird.

Woiddeife Bock
Zwei legendäre Hauzenberger Steinhauer zieren das Etikett — als Tribut an die harte Arbeit, die die Region geprägt hat. Das Motiv basiert auf einer Fotografie aus den 1960er Jahren und würdigt nicht nur den Fleiß, sondern auch die legendäre Feierfreude der Arbeiter.
Die Brautradition entwickelt sich weiter
Neben den bewährten Klassikern arbeitet Thomas kontinuierlich daran, die geschmackliche Vielfalt der Woiddeife Brauerei weiter abzurunden — stets mit dem Fokus auf Qualität und regionalem Bezug.
Direkt vom Hof zum Genießer
Thomas setzt auf regionale Nähe und direkten Austausch. Neben der hofeigenen Biertankstelle sind die Biere in ausgewählten Hofladenboxen in Waldkirchen und Straßkirchen sowie in einigen lokalen Wirtshäusern zu finden.
Firmen oder Privatpersonen können Biere in kleinen Produktionsmengen individuell etikettieren lassen — perfekt für Feste oder als regionales Geschenk.
„Und die Geschichte geht weiter…“
